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+++ DPA wird 70 +++

18. August 2019

„Die Meldung kam gerade über den Ticker rein“ ... was früher in TV Nachrichten für ein gewisses Kribbeln sorgte, war das Gefühl, unmittelbar am Puls des Geschehens dabei zu sein. Die Ticker-Meldungen waren die aktuellsten und vertrauenswürdigsten Fakten zu einem Ereignis. Beides hinzubekommen, die Geschwindigkeit und den Wahrheitsgehalt, das hat sich am 18. August 1949 die Deutsche Presse-Agentur vorgenommen und ist diesem Versprechen bis heute nachgekommen. 1951 kam die sogenannte Blitzmeldung hinzu – im Zeitalter der Fernschreiber löste der "Blitz" in den Redaktionen sogar einen hörbaren Alarm aus. +++

Bis zu 1.000 Journalisten sind heute weltweit für die dpa tätig, um v.a. deutsche Redaktionen mit relevanten Informationen zu versorgen. In Zeiten, in denen fast jeder Mensch mit seinem Smartphone in Echtzeit Bilder von Ereignissen „hochladen“ kann, ist eine wichtige Aufgabe dazu gekommen: Fakten von Unwahrheiten zu unterscheiden. Ein ganzes Verifikations-Team kämpft bei der dpa um höhere Budgets für bessere Erkennungssoftware und mehr Mitarbeiter, um der wachsenden Flut an manipulierten Wahrheiten gerecht zu werden. Trost spendete Bundespräsident Steinmeier auf der Jubiläumsveranstaltung: "Fakten sind Fakten, wenn sie von dpa gemeldet werden. Und sind sie es einmal nicht, dann werden sie – auch das habe ich erlebt – umgehend korrigiert. Dieses Vertrauen, meine Damen und Herren, das haben Sie sich durch Ihre Arbeit erworben." +++

Für PR Agenturen ist es bis heute die Krönung ihrer Arbeit, wenn die dpa eine Meldung übernimmt und sie damit als relevant bewertet. Gelingt nicht immer, ist aber auch nachvollziehbar: Nachrichtenselektion ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und auch das menschliche Gehirn ist so konstruiert, dass es möglichst schnell Wichtiges von Unwichtigem rausfiltert, um nicht im Informationsdickicht der vielen Wahrnehmungen verloren zu gehen. Die dpa unterstützt uns dabei seit 70 Jahren und auch, wenn es abgedroschen klingt: Vielleicht war sie noch nie so wichtig wie heute! +++

Übrigens: Einzelne Nachrichten werden auch heute noch durch mehrere Pluszeichen (+++) voneinander im durchlaufenden Tickertext getrennt. Diese Morse-Anmutung stand im internationalen Fernschreibverkehr für "Ende der momentanen Nachricht". Im journalistischen Sprachgebrauch aber auch als Bauchbinde im Fernsehen hat „der Ticker“ trotz WhatsApp & Co. glücklicherweise überlebt. +++

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